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Bulimie

Bulimie

Erfahren Sie jetzt mehr über die Definition, Ursachen, Folgen und Therapiemöglichkeiten von Bulimie.

Was ist Bulimie?

Die Bulimie oder auch genannt Bulimia Nervosa oder Ess-Brecht-Sucht ist eine Essstörungen, bei der Betroffene unter Essanfällen leiden, auf welche sie mit gewichtsreduzierenden Maßnahmen, wie Erbrechen oder exzessiven Sport, reagieren.

Wie verhalten sich Personen mit Bulimia Nervosa?

Personen mit einer Bulimia Nervosa leiden an unkontrollierten Essanfällen, bei denen sie in einem kurzen Zeitraum große Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Bei einem Essanfall kann die Person nicht aufhören zu essen. Essanfälle können gelegentlich, täglich oder mehrmals täglich auftreten. Ein Essanfall kann zum Beispiel durch Stress ausgelöst werden. Um nach der übermäßigen Nahrungsaufnahme nicht zu zunehmen, leiten Betroffene gewichtsreduzierende Maßnahmen ein. Etwa 70-90% der Personen mit Bulimie gehören zu dem „Purging-Typ“. Das bedeutet, dass sie hauptsächlich selbstinduziertes Erbrechen verwenden, um ihr Gewicht zu reduzieren. Personen die dem „Nicht-Purging-Typ“ angehören, greifen auf exzessiven Sport, Fasten, Abführmittel, Appetitzügler oder entwässernde Medikamente zurück.

Erkrankte Personen versuchen oft ihre Krankheit zu verheimlichen. Sie achten jedoch streng auf ihre Ernährung, die Wahl der Lebensmittel und vermeiden es meist, in der Öffentlichkeit zu essen. Einige Personen verstecken ihr Essen sogar. Zudem wissen Erkrankte oft besonders gut über die Kalorienanzahl und Nährwerte von Lebensmitteln Bescheid. Außerdem hängt das Selbstwertgefühl von Personen mit Bulimie sehr stark von ihrer Figur und ihrem Körpergewicht ab.

Was ist die Ursache von Bulimie?

Biologische, psychologische und soziale Faktoren können eine Bulimie mitbedingen.

Ein niedriges Selbstwertgefühl, ein großer Drang zum Perfektionismus oder eine negative Körperwahrnehmung können Auslöser für eine Bulimie sein. Dabei löst das Erfüllen von Schönheitsidealen häufig großen Druck auf die Patienten aus. Viele erkrankte Personen, haben schon einige Diäten gemacht, um ihre Ideale zu erreichen oder leiden bevor der Bulimie an einer Anorexie. Wenn Betroffene der strengen Diät dann nicht mehr standhalten können, beginnt die Ess-Brech-Sucht. Außerdem stehen Personen bei verschiedenen Berufen oder Hobbys unter enormen Druck eines Körperideals. Zum Beispiel sollen Models, Balletttänzer und Profisportler ein geringes Körpergewicht halten und sind dann besonders anfällig für eine Essstörung.

Gewalt, sexueller Missbrauch oder Stress durch eine Trennung, den Verlust einer geliebten Person oder Mobbing können ebenfalls ein Auslöser für eine Bulimie sein.

Psychischen Störungen wie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen oder Suchterkrankungen können Bulimie auslösen. Familienangehörigen einer an Bulimia Nervosa erkrankten Person haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ebenfalls häufiger Gewichtsprobleme oder körperliche oder psychische Erkrankungen.

Zudem kann die Genetik zur Anfälligkeit, an einer Bulimie zu erkranken, beitragen. Man spricht hier von genetischer Prädisposition, dies beschreibt die vererbbare Veranlagung. Darüber hinaus kann das gestörte Essverhalten anderer Familienmitglieder übernommen werden. Besonderer Druck kann auch entstehen, wenn in der Familie eine besondere Wertigkeit auf dem Aussehen liegt.

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Welche Folgen kann Bulimia Nervosa haben?

Bulimia Nervosa kann vielfältige und auch gefährliche Folgen für den Körper haben. Einige Folgen können sogar irreversibel und auch nach der Überwindung der Krankheit weiterhin bestehen. Die Art der Folgeerkrankung kann bei jeder Person individuell anders sein und hängt von der Art der gewichtsreduzierenden Maßnahmen ab. Eine Auflistung der möglichen Folgen zeigt die Vielfältigkeit der Symptome:

  • Schlafstörungen
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Hypokaliämie (Kaliummangel) und andere Elektrolytstörungen
  • Osteoporose
  • Nierenschäden
  • Flüssigkeitseinlagerungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung) und Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Verdauungsstörungen
  • Magenriss
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Haarausfall
  • Trockene Haut
  • Karies und Zahnschmelzabbau
  • Entzündung der Ohrspeicheldrüsen
  • Menstruationsstörungen

Welche Personen können an Bulimie erkranken?

Generell kann jeder Mensch an einer Bulimie erkranken. Etwa 1,5% der deutschen Bevölkerung leidet an Bulimia Nervosa.  Prinzipiell sind Frauen wesentlich häufiger von einer Bulimie betroffen als Männer. Meistens tritt die Krankheit im jungen Erwachsenenalter auf.

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Wie kann man Bulimie therapieren?

Die Art der Therapie gegen Bulimie ist individuell abhängig von der Situation der Person und der Schwere der Bulimie. Jedoch sollte die Erkrankung, so schnell wie möglich behandelt werden, da die Erfolgsaussichten bei einer frühzeitigen Behandlung höher sind. Erste Ansprechpartner für eine Behandlung können der Hausarzt, der Kinderarzt, ein Psychotherapeut, eine Spezialambulanz für Essstörungen oder eine Beratungsstelle sein. Die Behandlung der Ess-Brech-Sucht kann ambulant, teilstationär oder stationär erfolgen. Wenn die Erkrankung besonders stark ausgeprägt ist, schwere körperliche Schäden entstanden sind oder ambulante Therapien in der Vergangenheit gescheitert sind, wird eine stationäre Therapie empfohlen.

Falls die erkrankte Person untergewichtig ist, wird sie als erstes bei der Gewichtszunahme begleitet.

Vorwiegend wird die Bulimia Nervosa dann durch eine Kombination von Psychotherapie und Ernährungstherapie behandelt.

Bei einer Ernährungstherapie soll sich der Patient mit seinem Essverhalten auseinandersetzen und über gesunde Ernährung und Zubereitungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Essenspläne können ebenfalls erstellt werden, um dem Patienten eine Struktur mitzugeben und Essanfälle zu vermeiden.

Ein anderer wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die kognitive Verhaltenstherapie, in der der Patient eine positive Einstellung gegenüber sich selbst und zur Ernährung entwickeln soll. Zudem lernt der Patient Rückfälle zu vermeiden.

In einer interpersonalen Therapie können die zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Auswirkung auf die Essstörung des Patienten analysiert werden.

Wenn die betroffene Person minderjährig ist, wird die Familie des Patienten in die Therapie mit einbezogen. Die Teilnahme der Familie erfolgt dann meistens in Form von einer Familientherapie.

Kunsttherapie, Körperbildtherapie, Bewegungstherapie oder Gruppentherapie können ebenfalls zur Behandlung eingesetzt werden.

Kann Bulimie medikamentös behandelt werden?

Eine rein medikamentöse Behandlung einer Bulimie ist nicht zielführend. Jedoch können Medikamente, wie Antidepressiva stimmungsaufhellend wirken und somit eine Stabilität erzielen, um die Psychotherapie überhaupt erst zu ermöglichen oder zu vereinfachen.

Wie kann man Personen mit Bulimia Nervosa helfen?

Wenn Sie denken, dass Angehörige oder Freunde an einer Essstörung erkrankt seien könnten, sollten Sie sie darauf ansprechen. Dabei sollten Sie Ihnen mitteilen, dass Sie sich Sorgen machen. Kritik, Vorwürfe oder Ratschläge über ihr Essverhalten sind meist nicht hilfreich, da die Betroffene eine verzerrte Wahrnehmung haben und sich dann Ihnen gegenüber verschließen könnten. Sie können die betroffen Person jedoch dabei unterstützen, eine Beratungsstelle oder einem Arzt aufzusuchen. Dabei sollten Sie die Person nicht zu sehr unter Druck setzen. Auch Angehörige können bei einer Beratungsstelle betreut werden und sich informieren.

Häufig gestellte Fragen

Der Begriff bulimischen Anorexie bezeichnet das Krankheitsbild, an dem Personen leiden, welche untergewichtig sind und selbstinduziertes Erbrechen einleiten, um nicht zu zunehmen.

Nach 5 Jahren können 50% aller Betroffenen die Krankheit mithilfe einer spezifischen Therapie gänzlich überwinden. Etwa 30% der behandelten Personen können ihre Symptomatik zumindest verbessern. Bei 20% findet keine Verbesserung statt.

Etwa 1-6% der Personen mit Bulimie sterben an den Folgen der Essstörung. Zudem ist das Suizidrisiko bei Personen mit Bulimia Nervosa deutlich erhöht.

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Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass ca. 40% der Patienten, die eine Behandlung in der Klinik benötigten, noch längerfristig unter Symptomen leiden, die Mediziner als „Long-COVID-Syndrom“, „Post-COVD-Syndrom“ oder auch „chronisches COVID 19-Syndrom“ (CCS) bezeichnen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass ca. 40% der Patienten, die eine Behandlung in der Klinik benötigten, noch längerfristig unter Symptomen leiden, die Mediziner als „Long-COVID-Syndrom“, „Post-COVD-Syndrom“ oder auch „chronisches COVID 19-Syndrom“ (CCS) bezeichnen.

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