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Nikotinabhängigkeit

Sie rauchen zu viel? Erfahren Sie jetzt mehr über die Probleme und Gefahren aber auch die Behandlungsmöglichkeiten der Nikotinabhängigkeit!

Die Nikotinabhängigkeit bzw. Zigarettenabhängigkeit ist die häufigste Abhängigkeitserkrankung in Deutschland. Nicht nur durch Nikotin selbst, sondern durch viele weitere Stoffe in Zigaretten können erhebliche körperliche Folgeerkrankungen wie Krebsleiden, Herz- und Lungenerkrankungen entstehen.

Folgeerkrankungen

Übliche Folgeerkrankungen sind diverse Krebserkrankungen wie Krebs der Mundhöhle und der oberen Atemwege (vor allem Zigarren und Pfeife), Lungenkrebs (vor allem Zigaretten), Magenkrebs, Nierenkrebs, Leukämien, Brustkrebs und viele mehr.

Häufigkeit

In Deutschland sind etwa 25-30% der erwachsenen Bevölkerung nikotinabhängig. Über 100.000 Menschen sterben pro Jahr an den direkten oder indirekten Folgen des Zigarettenkonsums.

Verlauf einer Nikotinabhängigkeit

Zigaretten enthalten neben dem Nikotin eine Vielzahl anderer Gefahrstoffe, hierzu zählen zum Beispiel CO (Kohlenmonoxid), Benzole, Cadmium, Teer, Benzpyrene und vieles mehr. Für die Abhängigkeit und positiven Effekte verantwortlich ist das Nikotin, für die gesundheitlichen Folgeschäden vor allem die weiteren Inhaltsstoffe.

Eine Abhängigkeit entsteht, wenn wiederholt positive Effekte durch Nikotin verspürt werden, und Belohnungssysteme im Gehirn aktiviert werden. Nikotin setzt im Gehirn Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Endorphine frei, die unmittelbar eine positive Wirkung entfalten. Sie steigern Aufmerksamkeit und Wachheit, hellen die Stimmung auf und lösen Ängste. Positive Effekte werden somit unmittelbar bemerkt, negative Folgen entstehen meist erst lange Zeit (oft Jahre bis Jahrzehnte) später. Die Entstehung einer Nikotinabhängigkeit wird zudem erleichtert durch die große Verbreitung von Zigaretten und anderen Tabakwaren und die relativ hohe soziale Akzeptanz. Die Entwicklung einer Abhängigkeit hängt dann nicht nur vom Konsumverhalten selbst an, sondern auch von der individuellen Disposition. Hierunter versteht man die Verletzbarkeit eines jeden Einzelnen, von einer Substanz abhängig zu werden. Dies ist auch genetisch bedingt. Zwar wird man nicht von einer Zigarette abhängig, aber insbesondere der falsche Glaube an die Kontrollierbarkeit des eigenen Konsums kann den Eintritt in ein problematisches Verhalten bedeuten. Die meisten Raucher unterschätzen die eigene Fähigkeit zur Steuerung des Rauchverhaltens. Eine Sucht zeichnet sich jedoch genau dadurch aus, dass der Konsum nicht mehr hinreichend kontrolliert werden kann (auch wenn dies oft schöngeredet wird).

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Folgen der Nikotinabhängigkeit

Nikotin wird in den allermeisten Fällen inhaliert und über die Schleimhäute in den Blutstrom aufgenommen und in das Gehirn transportiert, wo es seine Wirkung entfalten kann. Gleichzeitig werden jedoch die Schadstoffe in ganz unterschiedliche Organe weitergeleitet, wo sie eine negative Wirkung (wie zum Beispiel Entstehung von Krebserkrankungen) bedingen können.

Positive Wirkungen von Nikotin:

  • Wachheit
  • Steigerung von Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Kurzzeitige Erleichterung und Lösen von Ängsten
  • Stimmungsstabilisierung
  • Abnahme von Appetit
  • Soziale Integration („Zigarettenpause“, „Raucherecke“)

Die meisten positiven Effekte halten jedoch nur wenige Minuten an, sodass der Griff zur nächsten Zigarette nahe liegt.

Es gibt nur wenige Erkrankungen, die von Nikotin positiv beeinflusst werden. Die möglichen negativen Folgen überwiegen bei weitem. Zu den Erkrankungen, bei welchen Nikotin eine protektive Funktion haben kann, gehören:

  • Colitis ulcerosa
  • Hashimoto-Thyreoiditis

Negative gesundheitliche Folgen von Nikotin:

Krebserkrankungen als Folge der Zigarettenabhängigkeit:

Krebs der Mundhöhle und der oberen Atemwege (vor allem Zigarren und Pfeife), Lungenkrebs (vor allem Zigaretten), Magenkrebs, Nierenkrebs, Leukämien, Brustkrebs u.v.m.

  • Arteriosklerose und koronare Herzerkrankungen
  • Herzinfarkte
  • pAVK (periphere arterielle Verschlußkrankheit, „Raucherbein“)
  • arterieller Bluthochdruck
  • Schlaganfall
  • Aneurysmen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Nierenschädigungen
  • COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung, „Raucherlunge“)
  • Lungenentzündungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Kanzerorgene Wirkung (siehe Krebserkrankungen als Folge von Zigarettenabhängigkeit)

Definition Nikotinabhängigkeit

Raucher haben Schwierigkeiten, den Konsum von Tabakwaren zu kontrollieren. Oftmals wird die Problematik bagatellisiert und schöngeredet. Dabei besteht bei näherer Betrachtung

  • Ein starker Zwang zu rauchen
  • Die tägliche Zigarettenmenge kann nicht oder nur innerhalb eines gewissen Umfangs gesteuert werden reduziert werden
  • Aus anfänglichem Konsum entsteht ein Dauerkonsum
  • Auch wenn sich negative Folgen sichtbar werden, wird weiter geraucht
  • Beim Versuch der Reduktion des Konsums entstehen Entzugsbeschwerden wie Reizbarkeit, Unruhe und Nervosität, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, sowie Appetit- und Gewichtszunahme.

Die Diagnose einer Abhängigkeit von Nikotin kann nach der internationalen Klassifikation der Erkrankungen gestellt werden, wenn drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig innerhalb eines Jahres erfüllt sind:

  • Entzugssyndrom bei Versuch der Dosisreduktion oder Entzug
  • Toleranzentwicklung
  • Starkes Verlangen zu rauchen
  • Verminderte Kontrolle über den Beginn, Dauer und Beendigung des Nikotinkonsums
  • Gedankliche Einengung auf den Nikotingebrauch
  • Anhaltender Nikotingebrauch trotz erkennbarer schädlicher sozialer oder gesundheitlicher Folgen

Weitere Probleme bei Nikotinabhängigkeit

Die meisten Nikotinabhängigen würden den Konsum liebend gerne einstellen, wenn es nicht zu Suchtdruck und Entzugserscheinungen käme. Ein Problem liegt in der Bagatellisierung des eigenen Verhaltens und der Leugnung möglicher negativer Folgen („ich kann ja auch vom Auto überfahren werden“, „nicht jeder kriegt Lungenkrebs“, „Churchill ist trotz Dauerrauchen sehr alt geworden“).

Aus suchttherapeutischer Sicht problematisch ist insbesondere, dass die positiven Folgen des Nikotins unmittelbar verspürt werden, die negativen Folgen jedoch sehr verzögert auftreten. Dies verstärkt den Suchtmittelkonsum erheblich.

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Therapiemöglichkeiten bei Nikotinabhängigkeit

Die Nikotinabhängigkeit ist eine Erkrankung im Sinne der internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD 10). Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, den Konsum selbst einzustellen. Dies ist Ausdruck der Suchterkrankung und nicht einer Willensschwäche.

Ein kontrollierter Konsum weniger Zigaretten (anstelle vieler) ist in der Regel nicht möglich, auch bleibt das Risiko von Folgeerkrankungen. Empfohlen wird deshalb eine Nikotinabstinenz. Diese kann entweder durch einen abrupten Entzug begonnen werden oder durch eine Nikotinersatztherapie.

Nikotinersatztherapie

Hier wird Nikotin in der Entzugsphase durch genau dosierbare Pflaster oder Kaugummis Nasensprays oder Lutschtabletten ersetzt. Somit kann der Suchtdruck durch Nikotin kompensiert werden. Über einen Zeitraum von einigen Wochen wird dann die Nikotindosis Schritt für Schritt reduziert und schließlich abgesetzt. Wichtig ist neben dem Ersatz des Nikotins auch eine Auseinandersetzung mit alternativen Strategien zum Griff zu Zigarette. Deshalb sollte neben dem Nikotinersatz auch eine entsprechende Verhaltenstherapie oder ein anderer suchttherapeutischer Ansatz erfolgen.

Medikamente

An Medikamenten steht der Wirkstoff Bupropion (Zyban) zur Raucherentwöhnung zur Verfügung. Eigentlich ist Buproprion ein Antidepressivum, es konnte seine Wirksamkeit in verschiedenen Studien auch bei der Nikotinabhängigkeit zuverlässig belegen. Auch beim Einsatz von Buproprion sollte jedoch parallel eine verhaltenstherapeutische bzw. suchttherapeutische Begleitung erfolgen, der Einsatz von Medikamenten alleine zur Raucherentwöhnung ist nicht ausreichend.

E-Zigaretten

Eine Möglichkeit, den Nikotinkonsum kontrolliert zu reduzieren, können überbrückungsweise E-Zigaretten sein. Hier kann die Dosis des Nikotins sukzessive reduziert werden, zwar gibt es auch hier schädliche Beistoffe, sie sind jedoch in Art und Umfang (nach heutigem Kenntnisstand) weniger gefährlich als bei klassischen Zigaretten. Vor allem werden kein Teer und kein Kondensat inhaliert. Nicht alle Raucher können oder wollen jedoch auf E-Zigaretten zur Abgewöhnung nutzen.

Verhaltenstherapeutische Maßnahmen und Nichtraucherkurse

Die meisten Nichtraucherkurse bauen auf verhaltenstherapeutische Erkenntnis auf, diese zeigen in Studien die höchsten Erfolgsquoten für Raucherentwöhnungen. Laut Max-Planck-Institut beträgt die Erfolgsrate nach einem Jahr etwa 50 %. Ziel der Behandlung sind klassische verhaltenstherapeutische Situationsanalysen und Strategien zur Verhaltensänderung in Schlüsselsituationen, die normalerweise zu dem Suchtverhalten führen. Hier werden alternative Denk- und Verhaltensmuster erarbeitet und dann geübt. Die Therapie wird in aller Regel in einem ambulanten Setting durchgeführt und dauert ca. 8-10 Wochen.

Ablauf einer verhaltenstherapeutischen Behandlung von Nikotinabhängigkeit

  • Schrittweises Heranführen an die Problematik und Übermittlung von Fachwissen über die Nikotinabhängigkeit
  • Analyse eigener Erlebens- und Verhaltensmuster
  • Erarbeiten alternativer Verhaltensmuster
  • Maßnahmen zur besseren Selbstkontrolle
  • Erlernen von Abwehrstrategien bei drohendem Rückfall
  • Umgang mit Rückfällen

Häufig gestellte Fragen

Die meisten Nikotinabhängigen würden den Konsum liebend gerne einstellen, wenn es nicht zu Suchtdruck und Entzugserscheinungen käme. Ein Problem liegt in der Bagatellisierung des eigenen Verhaltens und der Leugnung möglicher negativer Folgen („ich kann ja auch vom Auto überfahren werden“, „nicht jeder kriegt Lungenkrebs“, „Churchill ist trotz Dauerrauchen sehr alt geworden“).

Aus suchttherapeutischer Sicht problematisch ist insbesondere, dass die positiven Folgen des Nikotins unmittelbar verspürt werden, die negativen Folgen jedoch sehr verzögert auftreten. Dies verstärkt den Suchtmittelkonsum erheblich.

Mit dem Konsum einer einzigen Zigarette besteht zwar noch keine Abhängigkeit, aber oft liegt in dem gelegentlichen Konsum von Tabak die Gefahr einer Gewöhnung an Nikotin, der den Betroffenen aufgrund des schleichenden Beginns zunächst nicht problematisch erscheint.

Nein, bereits eine einzige Zigarette erhöht das Risiko von Krebserkrankungen. E-Zigaretten haben zwar weniger schädliche Stoffe als klassische Zigaretten, sind aber ebenfalls nicht ohne Risiken.

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