Psychotische Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis führen durch die Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu relevanten Einschränkungen der sozialen und beruflichen Integrität und auch der Lebensqualität der Betroffenen. Die Krankheitseinsicht ist meist reduziert.
Schizophrenie
Diagnose
Die Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, die sich durch eine Störung der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens, der Ich-Integrität, der Psychomotorik und des Antriebs äußert
Häufigkeit
Studien zufolge leiden etwa 0,5 bis 1,5 % der Menschen mindestens einmal im Leben an den Symptomen einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis
Ursache
Es gibt nicht „die“ alleinige Ursache, da ein Wechselspiel biologischer, genetischer und auch psychosozialer Faktoren und Stressoren eine Rolle spielt
Formen
Die Gruppe der Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis ist vielfältig und in mehrere Arten einzuteilen
Was ist Schizophrenie?
Eine genaue Ursache der Schizophrenie ist nicht bekannt. Angenommen wird ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren auf dem Boden einer genetischen Prädispostion.
Besteht eine genetische Vorbelastung, so ist das Risiko vergleichsweise höher, ebenfalls an einer Schizophrenie zu erkranken. Leidet beispielsweise ein Elternteil an einer Psychose, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ebenfalls erkrankt, bei schon bei über 10%. Des Weiteren kann vermehrter Stress oder auch belastende Situationen, aber auch toxische Einwirkungen (Drogen u.a.) die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Auch körperliche Erkrankungen und Stoffwechselstörungen können die Entstehung einer Psychose bedingen.
Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis können sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Frühe Symptome sind Schlafstörungen, sozialer Rückzug, vermehrte Reizbarkeit, verringerte Konzentrationsfähigkeit und eine „Leistungsknick“.
Die Kernsymptome einer Schizophrenie können in Positivsymptome und Negativsymptome unterschieden werden.
Die Positivsymptome (gesteigerte Empfindungen des normalen Erlebens) sind:
- Wahnerleben (Fehleinschätzungen der Wirklichkeit, Verlust der Realität)
- Halluzinationen (zum Beispiel Stimmenhören)
- Ich-Störungen (z.b das Gefühl, Gedanken von außen eingegeben zu bekommen, Gefühl der Fremdsteuerung)
- Unruhe
Die Negativsymptome (Einschränkungen des normalen Erlebens) sind:
- Affektverflachung (Abnahme an Emotionen)
- Antriebsstörung
- Abnehmende Willenskraft
- Sprachverarmung
- Apathie
- Adynamie
Therapiemöglichkeiten bei Schizophrenie
Der Stoffwechsel des Botenstoffes Dopamin ist bei Schizophrenien verändert, weshalb eine medikamentöse Behandlung vor allem bei akuten Schüben die beste Wahl ist. Eine Psychotherapie alleine ist nicht ausreichend, um eine Schizophrenie zu behandeln. Dank einer Vielzahl wissenschaftlicher Daten konnte jedoch belegt werden, dass eine zusätzliche Psychotherapie den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Auch das Risiko erneuter Schübe wird gesenkt. Die Psychotherapie einer Schizophrenie unterscheidet sich jedoch wesentlich von der Psychotherapie, die beispielsweise bei einer Angststörung oder Depression eingesetzt wird.
Häufig gestellte Fragen
- aktiv sein (Sport und Bewegung)
- Entspannungsübungen (z. B. Yoga)
- Hobbys und soziale Aktivitäten aufbauen und halten
- soziale Kontakte pflegen
- Alltag klar strukturieren
- Verzicht auf Drogen mit halluzinogenem Potenzial und Cannabis
Schizophrenien können in jedem Alter auftreten, in den meisten Fällen beginnt die Krankheit bei Männern zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr und bei Frauen etwas später.
Eine Schizophrenie kann sich langsam schleichend entwickeln oder plötzlich einsetzen. Nach Abklingen der akuten psychotischen Phase ist eine Remission der Symptome möglich, ebenso jedoch auch ein nur partieller Rückgang oder ein Bleiben der Symptome mit Chronifizierung.