Beim Bonding handelt es sich um eine Form der Gruppentherapie, welche ursprünglich dazu diente, Drogenabhängige zu behandeln. Grundgedanke ist, die Grundbedürfnisse des Menschen wie körperliche und emotionale Nähe durch entsprechende körpertherapeutische Interventionen zu nutzen und positiv zu beeinflussen.
Bonding
Einsatzbereich
Bonding ist ein Psychotherapiekonzept zur Behandlung psychischer Störungen.
Ursprung
Bonding wird seit den 60er Jahren angewendet.
Methode
In den 60er Jahren wurde es zur Behandlung von Drogenabhängigen entwickelt., Gearbeitet wird mit wechselseitigem Halten (Bonding) und weiteren körpertherapeutischen Techniken.
Dauer
Eine Bonding-Therapie kann sowohl ambulant wie auch stationär erfolgen und dauert meiste mehrere Monate (bis Jahre).
Ablauf des Bondings
Bonding erfolgt im Rahmen einer Gruppentherapie. Dafür bilden die Patienten im Zuge dessen eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützen soll. Gleichzeitig wird eine Art geschütztes Umfeld geschaffen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit für die Patienten, gemeinsam mit den Anderen neue Gefühle oder auch emotionale Erfahrungen zu machen. Auch neue Denkweisen können sich im Zuge dessen entwickeln.
Wichtig ist zu Beginn des Bondings die Psychoedukation, also die Offenlegung der Herangehensweise im therapeutischen Prozess. Die Teilnehmer sollen für die Nutzung der emotionalen und körperlichen Nähe sensibilisiert werden. Die Gruppensitzungen finden dann meist in Begleitung mehrerer Therapeuten statt. Dabei sucht sich jeder Betroffene einen Partner, sodass sich gegenseitig unterstützt werden kann. In abwechselnder Reihenfolge übernimmt ein Partner den therapeutischen Part und der andere den Begleitenden. In der Regel dauert eine Sitzung bis zu drei Stunden.
Bonding bedeutet einen direkten und engen Körperkontakt zwischen Therapeuten und Klienten, die Therapiemethode ist deshalb bei vielen Ärzten und Psychologen nicht unumstritten.
Vor- und Nachtteile von Bonding
Während einer Therapiesitzung haben die Patienten die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem Bonding-Partner über für ihn eher problematische Thematiken zu reden, ohne, dass sich der Bonding-Partner von ihm entfernt. Dadurch soll das Erleben intensiver Gefühle ermöglicht, wodurch auch eher negativ behaftete Erfahrungen und Gefühle verarbeitet werden können.
Viele Ärzte und Psychologen sehen Bonding kritisch. Bonding ist in jedem Fall kontraindiziert bei Patienten mit Traumafolgestörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder psychotischen Erkrankungen, da hier sogar negative Effekte als Folge der Behandlung auftreten können.
Häufig gestellte Fragen
Bonding kann bei unterschiedlichen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden. Bonding bedeutet einen direkten und engen Körperkontakt zwischen Therapeuten und Klienten, die Therapiemethode ist deshalb bei vielen Ärzten und Psychologen nicht unumstritten.
Zwar liegen nur wenige aussagekräftige Studien vor, ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis steht aus. Innerhalb der wissenschaftlich ausgerichteten Ärzteschaft ist Bonding deshalb nicht unumstritten und hat keinen festen Stellenwert.
Eine Kontraindikation ist eine Art Verbot der Anwendung einer bestimmten Therapie oder Behandlung. Kontraindikationen für Bonding bestehen insbesondere bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Traumata, Panikstörungen oder anderen Angststörungen. Aufgrund des engen Körperkontaktes können sensitive Menschen Bonding als übergriffig erleben.