Ursachen und Formen trockener Augen
Trockene Augen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Augenheilkunde. Typisch ist ein unangenehmes Gefühl von Brennen, Kratzen oder „Sand im Auge“ – manchmal auch mit geröteten Augen, Lichtempfindlichkeit oder schwankender Sehschärfe. Wichtig: Hinter „trockenen Augen“ steckt nicht nur „zu wenig Flüssigkeit“, sondern oft ein gestörter Tränenfilm – also die Schutzschicht, die die Augenoberfläche glatt hält und vor Reizungen schützt.
Was passiert bei trockenen Augen im Tränenfilm (Tränenmangel vs. Verdunstung)?
Der Tränenfilm besteht vereinfacht aus drei Komponenten, die zusammenarbeiten müssen:
- Wässrige Phase: versorgt die Augenoberfläche mit Feuchtigkeit.
- Fettschicht (Lipid-Schicht): liegt außen und bremst das Verdunsten.
- Schleimschicht (Muzin-Schicht): sorgt dafür, dass die Tränen gleichmäßig auf der Hornhaut „haften“.
Trockene Augen entstehen meist aus zwei Hauptmechanismen – häufig auch als Mischform:
1) Tränenmangel (zu wenig wässrige Tränenflüssigkeit)
Hier produziert die Tränendrüse nicht genug Flüssigkeit. Die Augenoberfläche trocknet schneller aus, weil die „Feuchtigkeitsbasis“ fehlt.
2) Erhöhte Verdunstung (Tränen verdunsten zu schnell)
Hier ist oft die Fettschicht gestört, z. B. wenn die Meibom-Drüsen am Lidrand nicht richtig arbeiten. Dann verdunstet der Tränenfilm zu schnell – selbst wenn genug Flüssigkeit vorhanden wäre.
Beides kann zu einer gereizten Augenoberfläche führen. Dadurch entsteht häufig ein Teufelskreis: Reizung → Entzündung → schlechterer Tränenfilm → noch mehr Trockenheit.
Häufige Auslöser im Alltag
Viele Patient*innen merken trockene Augen besonders in Situationen, die den Tränenfilm „stressen”:

